Neckartal-Radweg, zwei Radfahrer machen Rast auf einer Wiese am Neckar bei Bad Wimpfen

Auf dem Neckartal-Radweg - der ADFC-prämierten Qualitätsradroute. © Bad Wimpfen

Sterne-Routen für Radfahrer*innen

 

Die Ansprüche an die Qualität von Radrouten und Unterkünfte steigen: Mit dem ADFC-Gütesiegel für Radwege und dem Portal „Bett+Bike“ sind Urlauber*innen auf der sicheren Seite.

 

Der Trend zum Radurlaub hält weiter an. Immer mehr Touristen tummeln sich auf den rund 250 deutschen Radfernwegen. Mehr als 20 davon verlaufen durch Baden-Württemberg – auf einer Gesamtlänge von 4.500 Kilometern. „Fehlende Wegweiser, zu schmale Pfade oder eine monotone Streckenführung können die Freude am Radurlaub aber ordentlich trüben ­– wir brauchen gute Wege“, sagt Kathleen Lumma, Landesgeschäftsführerin des ADFC Baden-Württemberg. Mit der steigenden Zahl an Radurlauber*innen steigen auch die Ansprüche an die Radwege, weswegen deren Qualität eine immer wichtigere Rolle spielt.

Gütesiegel für Radwege

Um Radreisenden schlecht befahrbare oder unattraktive Strecken zu ersparen, hat der ADFC bereits vor einigen Jahren das Gütesiegel „ADFC-Qualitätsradroute“ entwickelt und so deutschlandweit Standards mit genau definierten Kriterien für Radfernwege gesetzt. „ Unsere Qualitätsstandards sind weltweit einzigartig“, erklärt Lumma. „Radfahrer*innen können sich darauf verlassen, dass sie auf den mit bis zu fünf Sternen bewerteten Routen gute und qualitativ einwandfreie Wege vorfinden.“ Geprüft werden die Radwege unter anderem auf Sicherheit, lesbare Beschilderung, sinnvolle Routenführung, geringe Belastung durch motorisierten Verkehr, die Anbindung an den Personennahverkehr und touristische Infrastruktur sowie der Zustand der Wegeoberflächen, gefährliche Querungen von Straßen und Hindernisse. Sie erhalten nach erneuter Prüfung alle drei Jahre ein weiteres Zertifikat.

Neue Auszeichnungen in Baden-Württemberg

Durch Baden-Württemberg verlaufen 18 ADFC-Qualitätsradrouten. Auf der Messe Rad- und WanderReisen im Rahmen der CMT 2020 in Stuttgart zeichnete der AFDC sechs Routen aus, darunter der Donau-Bodensee-Radweg, der Stromberg-Murrtal-Radweg, Oberschwaben-Allgäu-Radweg, der Radweg Deutsche Donau und die neue Berg-Bier-Tour: Die 112 Kilometer lange, voll ausgeschilderte Zwei-Tages-Rundtour ist ein Gemeinschaftsprojekt der Städte Ehingen, Münsingen, dem Alb-Donau-Kreis und der Berg Brauerei und hat 4 von 5 möglichen Sternen geholt. Der Neckartal-Radweg, ebenfalls eine ADFC-Qualitätsradroute, heimste kürzlich einen Bike&Travel Award in der Kategorie beste Flussradtouren 2019 ein.

Ein Bett für Fahrer und Fahrrad

Doch nicht nur die Qualitätsrouten bieten Urlauber*innen eine Orientierungshilfe bei der Urlaubsplanung: „Auch die derzeit fünf deutschen ADFC-Radreiseregionen sowie das Bett+Bike-Angebot stehen für Qualität“, erklärt Lumma. Rund 5.800 Hotels, Pensionen, Jugendherbergen oder Campingplätze hat der ADFC seit 1995  bundesweit zertifiziert und mit der Bett+Bike-Plakette kenntlich gemacht. In Baden-Württemberg gehen über 600 fahrradfreundliche Gastbetriebe auf die Bedürfnisse von Radurlauber*innen ein: „Hier ist man auch nur für eine Nacht Willkommen und kann sein Fahrrad sicher einschließen“, so Lumma. Das Angebot ist riesig: Ob in der Heuherberge, im historischen Schlafwaggon oder im Sternehotel – ob einfach, ausgefallen oder gehoben: Bei Bett+Bike ist für jeden Anspruch etwas dabei. „Gepaart mit dem ADFC-Qualitäts-Anspruch kann bei der Urlaubsplanung also nichts mehr schief gehen“, sagt die Landesgeschäftsführerin.

www.adfc-radtourismus.de

www.adfc-bw.de/radfahren-in-baden-wuerttemberg/

www.bettundbike.de

 

https://freiburg.adfc.de/pressemitteilung/sterne-routen-fuer-radfahrerinnen

Häufige Fragen von Alltagsfahrer*innen

  • Was macht der ADFC?

    Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit bundesweit mehr als 190.000 Mitgliedern, die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik, Tourismus.

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  • Was bringt mir eine ADFC-Mitgliedschaft?

    Radfahren muss sicherer und komfortabler werden. Wir nehmen dafür – auch Dank Ihrer Mitgliedschaft – nicht nur Einfluß auf Bundestagsabgeordnete, sondern setzen uns auf Landes- und Kommunalebene für die Interessen von Radfahrern ein. Für Sie hat die ADFC Mitgliedskarte aber nicht nur den Vorteil, dass wir uns für einen sicheren und komfortablen Radverkehr einsetzen: Sie können egal, wo Sie mit Ihrem Fahrrad unterwegs sind, deutschlandweit auf die AFDC-Pannenhilfe zählen. Außerdem erhalten Sie mit unserem zweimonatlich erscheinenden ADFC-Magazin Information rund um alles, was Sie als Radfahrer politisch, technisch und im Alltag bewegt. Zählen können ADFC-Mitglieder außerdem auf besonders vorteilhafte Sonderkonditionen, die wir mit Mietrad- und Carsharing-Anbietern sowie Versicherern und Ökostrom-Anbietern ausgehandelt haben. Sie sind noch kein Mitglied?

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  • Was muss ich beachten, um mein Fahrrad verkehrssicher zu machen?

    Wie ein Fahrrad verkehrstauglich auszustatten ist, legt die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) fest. Vorgesehen sind darin zwei voneinander unabhängige Bremsen, die einen sicheren Halt ermöglichen. Für Aufmerksamkeit sorgen Radler*innen mit einer helltönenden Klingel, während zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale nicht nur für den richtigen Antrieb sorgen. Je zwei nach vorn und hinten wirkende, gelbe Rückstrahler an den Pedalen stellen nämlich darüber hinaus sicher, dass Sie auch bei eintretender Dämmerung gut gesehen werden können. Ein rotes Rücklicht erhöht zusätzlich die Sichtbarkeit nach hinten und ein weißer Frontscheinwerfer trägt dazu bei, dass Radfahrende die vor sich liegende Strecke gut erkennen. Reflektoren oder wahlweise Reflektorstreifen an den Speichen sind ebenfalls vorgeschrieben. Hinzu kommen ein weißer Reflektor vorne und ein roter Großrückstrahler hinten, die laut StVZO zwingend vorgeschrieben sind.

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  • Worauf sollte ich als Radfahrer achten?

    Menschen, die Rad fahren oder zu Fuß gehen, gehören zu den ungeschützten Verkehrsteilnehmern. Sie haben keine Knautschzone – deshalb ist es umso wichtiger, sich umsichtig im Straßenverkehr zu verhalten. Dazu gehört es, selbstbewusst als Radfahrender im Straßenverkehr aufzutreten, aber gleichzeitig defensiv zu agieren, stets vorausschauend zu fahren und mit Fehlern von anderen Verkehrsteilnehmern zu rechnen.Passen Sie Ihre Fahrweise der entsprechenden Situation an und verhalten Sie sich vorhersehbar, in dem Sie beispielsweise Ihr Abbiegen durch Handzeichen ankündigen. Halten Sie Abstand von Lkw, Lieferwagen und Kommunalfahrzeugen. Aus bestimmten Winkeln können Fahrer nicht erkennen, ob sich seitlich neben dem Lkw Radfahrende befinden. Das kann bei Abbiegemanövern zu schrecklichen Unfällen führen. Beachten Sie immer die für alle Verkehrsteilnehmer gültigen Regeln – und seien Sie nicht als Geisterfahrer auf Straßen und Radwegen unterwegs.

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  • Was ist der Unterschied zwischen Pedelecs und E-Bikes?

    Das Angebot an Elektrofahrrädern teilt sich in unterschiedliche Kategorien auf: Es gibt Pedelecs, schnelle Pedelecs und E-Bikes. Pedelecs sind Fahrräder, die durch einen Elektromotor bis 25 km/h unterstützt werden, wenn der Fahrer in die Pedale tritt. Bei Geschwindigkeiten über 25 km/h regelt der Motor runter. Das schnelle Pedelec unterstützt Fahrende beim Treten bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h. Damit gilt das S-Pedelec als Kleinkraftrad und für die Benutzung sind ein Versicherungskennzeichen, eine Betriebserlaubnis und eine Fahrerlaubnis der Klasse AM sowie das Tragen eines Helms vorgeschrieben. Ein E-Bike hingegen ist ein Elektro-Mofa, das Radfahrende bis 25 km/h unterstützt, auch wenn diese nicht in die Pedale treten. Für E-Bikes gibt es keine Helmpflicht, aber Versicherungskennzeichen, Betriebserlaubnis und mindestens ein Mofa-Führerschein sind notwendig. E-Bikes spielen am Markt keine große Rolle. Dennoch wird der Begriff E-Bike oft benutzt, obwohl eigentlich Pedelecs gemeint sind – rein rechtlich gibt es große Unterschiede zwischen Pedelecs und E-Bikes.

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  • Gibt es vom ADFC empfohlene Radtouren für meine Reiseplanung?

    Wir können die Frage eindeutig bejahen, wobei wir Ihnen die Auswahl dennoch nicht leicht machen: Der ADFC-Radurlaubsplaner „Deutschland per Rad entdecken“ stellt Ihnen mehr als 165 ausgewählte Radrouten in Deutschland vor. Zusätzlich vergibt der ADFC Sterne für Radrouten. Ähnlich wie bei Hotels sind bis zu fünf Sterne für eine ausgezeichnete Qualität möglich. Durch die Sterne erkennen Sie auf einen Blick mit welcher Güte Sie bei den ADFC-Qualitätsradrouten rechnen können.

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