Parkende Autos versperren die Sicht. © ADFC/Deckbar

ADFC zum Schulstart: Wer falsch parkt, gefährdet die Kleinsten!

 

Aus Sicherheitsbedenken bringen viele Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule – und gefährden dabei andere. Der ADFC Baden-Württemberg fordert Maßnahmen für sichere Schulwege, damit diese zu Fuß oder mit dem Rad zurückgelegt werden können.

 

„Wenn Eltern ihre Kinder lieber mit dem Auto zur Schule bringen, statt sie mit dem Fahrrad fahren zu lassen, dann stimmt etwas nicht.“ Geht man nach der Aussage von Bundesverkehrsminister Volker Wissing beim Verkehrsgerichtstag im August, stimmt in Deutschland tatsächlich etwas nicht. „Derzeit werden etwa 43 Prozent der Kinder unter zehn Jahren mit dem Auto zur Schule gebracht – und das, obwohl gut die Hälfte aller Schulwege mit unter einem Kilometer relativ kurz sind“, sagt Benedikt Glitz vom ADFC Baden-Württemberg.

Sichere Schulwege braucht das Land!

Der Grund für die Elterntaxis liegt auf der Hand: Viele Menschen empfinden Schulwege als unsicher. Laut einer Studie des Instituts für angewandte Sozialwissenschaft (INFAS) denken über drei Viertel der Bevölkerung, dass mehr Eltern ihre Kinder mit dem Rad zur Schule fahren oder zu Fuß gehen lassen würden, wenn die Schulwege sicherer wären. „Breitere und vom Autoverkehr getrennte Radwege, Tempo 30 vor Schulen und sogenannte Schulstraßen, die zum Schulbeginn für den Autoverkehr gesperrt werden, halten viele für die richtigen Maßnahmen, um Schulwege sicherer zu machen“, so Glitz.

Großes Problem: falschparkende Autos

Ein riesiges Sicherheitsproblem auf Schulwegen stellen für den Referenten für Mobilität und Verkehr falschparkende KfZ dar. Sie sind insbesondere für Kinder eine Gefahr, da sie Sichtachsen blockieren. Mittlerweile steht einer von fünf Unfällen innerorts mit Personenschaden im Zusammenhang mit Parken. Im Jahr 2020 ereigneten sich in Baden-Württemberg insgesamt 9.477 Unfälle auf dem Schulweg. Glitz: „Falschparken ist kein Kavaliersdelikt. Parken und halten Autofahrer*innen an ungeeigneten Stellen, sind sie eine Gefahr für Schüler*innen. Darüber müssen sie sich im Klaren sein.“

Erkenntnis ist da, Handlungen fehlen

„Da viele Autofahrende uneinsichtig sind und immer größere Autos die Flächen zuparken, sind Politik und Verwaltung gefragt“, sagt Glitz. Mit dem sogenannten „Falschparkererlass“ des Verkehrsministeriums existiert zwar eine Handlungsanordnung zur Überwachung und Sanktionierung von Ordnungswidrigkeiten beim Parken, die Kommunen klar vorgibt, wie sie mit Falschparker*innen umzugehen haben. Zudem sind nach dem Erlass „Sicherer Schulweg für das Schuljahr 2021/2022“ des Innenministeriums Park- oder Haltverbote auf Geh- und Radwegen sowie Schutzstreifen für Radfahrende, an Kreuzungen und in unübersichtlichen Kurvenbereichen, in „zweiter Reihe“, an Bushaltestellen oder an Fußgängerüberwegen auf Schulwegen und in der Nähe von Schulen zu überwachen und konsequent zu ahnden.
Der ADFC kritisiert aber: „Das Problem ist erkannt, es wird allerdings nicht gehandelt.“ Der Verband fordert eine klare und vor allem konsequente Umsetzung der bestehenden Regelungen und verstärkte Kontrollen, besonders bei Schulbeginn. „Es ist höchste Zeit, dass Schüler*innen im ganzen Land auf sicheren Wegen ihre Schulwege mit dem Rad und zu Fuß zurücklegen können.“

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